Erkenne den Frühling in Heidelberg II

In der gesamten Stadt grünt und blüht es – außer in dem selbstverwalteten Biogarten in zentralster Lage der Weststadt. Wo sich bis vor 2 Jahren eine der schöneren Grünanlagen der Stadt befand, treiben heuer fanatisierte Kleinfamilien ihr Unwesen, deren unbändiger Hass auf mineralische Düngerkomponenten nur durch ihr unbeschreibliches Desinteresse an den selbstauferlegten Aufgabenstellungen übertroffen wird. Anstatt die Dinge ihren Gang nehmen zu lassen und die Verwaltung öffentlicher Grünanlagen den dafür qualifizierten Behörden und Mini-Jobbern zu überlassen, kämpfte man jahrelang für die Bereitstellung einer gemeinschaftlich verwalteten Ackerfläche – nur um anschließend die komplett fehlende Motivation an der Pflege eben jener Anbaufläche demonstrativ zur Schau zu stellen.

Dass diese, zum Anbau von Kräutern und lächerlichem Kleingemüse, welche man für einen Spottpreis auch in einem der zahlreichen Bioläden der Weststadt erwerben kann, gedachte Anlage sich nicht am Stadtrand oder zumindest einem angrenzenden Waldgebiet befinden kann, sondern mitten im Zentrum der Weststadt, versteht sich von selbst – denn nur so kann man die Verwahrlosung des Grundstücks der hiesigen Bevölkerung jeden Tag vor Augen führen und nachhaltig den Beweis vorlegen, weshalb der Kommunismus nicht funktioniert.

Jedoch gibt es auch Menschen, welche dieser Entwicklung entgegentreten und für ein menschliches Miteinander in dieser Stadt kämpfen. Menschen, die nicht zulassen, dass eine kleine Gruppe völlig maßlos gewordener Globulin-Junkies die Deutungshoheit über die Gestaltung des öffentlichen Raumes für sich beansprucht. Menschen, die nicht eher ruhen, bis dieser Wahnsinn ein Ende findet! Menschen wie mich.

Liebe Heidelbergerinnen und Heidelberger mit einem Rest von Anstand! Ich gebe euch mein Ehrenwort, ich wiederhole: mein Ehrenwort, dass ich meine ganze Kraft als Mitglied des Bezirksbeirates der Weststadt dafür einsetzen werde, dass dieser Schandfleck aus unserem Stadtbild verschwindet. Vorausgesetzt, ich besuche nocheinmal eine Sitzung des Bezirksbeirates, diesem überflüssig-demokratischen Labergremium, werde ich nicht eher nach Hause gehen, bis sich die Runde aus Hobbypolitikern und Still-Müttern meine Forderungen angehört hat: den Biogarten mit sofortiger Wirkung dem Erdboden gleichzumachen und die Bodenfläche in dringend benötigte Parkplätze für die arbeitende Bevölkerung umzuwandeln! Eine Fläche, für alle jene, die nicht einer 20-Stunden-Woche in irgendeiner beschissenen Kunstgalerie nachgehen, sondern Abend für Abend nach dem Malochen darauf angewiesen sind, sich mit ihresgleichen um eine Handvoll verbliebene Parkmöglichkeiten zu streiten, während die grünwählende Elite bereits grillend in ihrem Vorgarten sitzt und lediglich darum bemüht ist, die Hecke hochgenug wachsen zu lassen, um den Biogarten nicht sehen zu müssen.

Venceremos!

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