Ricky Riesig Kolumne VIII

Erschienen in der Zeitung des Franz-Plachky-Turniers 2016

Rickys Kochstudio – Mediterrane Zaubereien im Zuckermantel

Ricky Riesig (~44?) ist am Harbigweg bekannt als lautstarker Agitator, der sich bestenfalls durch einen Merkur-Spielautomaten davon abhalten lässt, am Spielfeldrand seine Ansichten über das operative Geschäft der Fußballabteilung des HSC kundzutun. Der Öffentlichkeit verborgen blieben bislang hingegen seine andere Leidenschaften: Insolvenz-Anträge, Antanzen und Bocuse-Gerichte. Für unsere Turnierzeitung gibt er der passionierte Sozialbetrüger uns einen Einblick hinter die Kulissen seines Kochtopfs. Gaumen rauf und Speichelfluss an für unsere neue Rubrik „Rickys Kochstudio“!

Hallo Fußballfreunde!

Ich bins wieder, euer Ricky – und weil heute Mittwoch ist, habe ich mir diesmal etwas ganz besonderes für euch wunderbare Inzuchtsprodukte einfallen lassen! Wie jeder besser trainierte Auswechselspieler weiß, ist die richtige Ernährung das X plus Z für den den ambitionierten Hobbysportler. Doch bei all diesem Internet und diesen verrückten Produkten weiß selbst Geranien-Kalle nicht mehr, was er seiner Ollen zuhause unters Nudelholz schubsen soll. Ich habe mir daher die Mühe gemacht, etwas Licht in die Speckwurst zu bringen. Hier eine kleine Anleitung für die ausgewogene Ernährung an einem ganz normalen Spieltag eures HSC. Alles was ihr braucht sind folgende Zutaten:

  • 1 Dose Ravioli
  • 5 Sechserpackungen Dosenbier
  • 500g Raffinade-Zucker
  1. Zuerst gilt es, sich die Ravioli zu besorgen. Bis zur Tanke um die Ecke ist es allerdings ein ordentliches Stück Schweinedarm! Zur Stärkung gibt es zunächst einen Sechserpack Bier. Dabei die Dose vor dem Öffnen leicht schütteln, um eine cremig-schaumige Konsistenz des Getränks zu erreichen.
  2. Die Tankstelle hat bereits geschlossen – kein Wunder, es ist schon elf Uhr abends und das Fußballspiel schon lange vorbei. Kein Problem! Nun gilt es erst einmal, Ruhe zu bewahren. Mit Bizeps-Ralf ist bereits Verstärkung im Anmarsch. Bis dahin den zweiten Sechserpack schon einmal im Magen-Darm-Trakt durch indirekte Hitze leicht andünsten lassen.
  1. Endlich ist Bizeps-Ralf eingetroffen – nun geht es ans Eingemachte! Ein Stemmeisen gehört nicht nur in jede gute Küche, sondern auch in die Hosentasche eines jeden Langzeitarbeitslosen mit durchschnittlichem Realschulabschluss. Nach dem Aufhebeln der Tankstellen-Tür kommt es allerdings zum Streit. Grund: 3 Sechserpack Bier lassen sich nicht durch 2 teilen. Jetzt aber nicht ranzig werden! Lösung: In der Tankstelle gibt es mehr Bier, als wir beide tragen können. DOCH OBACHT: Listig versteckte Alkopos und Schwangerschafts-Magazine können einem den gesamten Abend versauen!
  2. Worum geht es hier nochmal? Keine Ahnung! Aber ist auch egal – mittlerweile ist der Tankstellen-Besitzer eingetroffen. Und weil es in seinem Laden aussieht wie bei Goebbels unterm Sofa, droht dieser Hodenlupo uns allen ernstes mit der Polizei! Jetzt ist schnelles Handeln gefragt: bevor uns die ganze Suppe zu heiß wird, schnell eine Dose Ravioli öffnen und diesem verbrannten Arschkuchen zum Abkühlen über den Kopf schütten. Das Ganze mit einer 500g-Prise Raffinade-Zucker abrunden und mit Indianer-Rufen um das gezuckerte Hühnchen herumtanzen. Wer sich dabei eine Unterhose über den Kopf zieht, entpuppt sich nicht nur als Kenner der alt-indianischen Küche sondern beweist mit seinem Hang zur traditionellen Nahrungspräsentation weiterhin einen besonders kultivierten Daumen!
  3. Nach der ganzen Arbeit folgt nun das Vergnügen! Mit dem Auto des Tankstellenbesitzers geht es ab nach Hause, wo das kürzlich erworbene Dosenbier in entspannter Atmosphäre und einem familiären Rahmen kredenzt wird. Dazu empfehle ich eine spannende Reportage auf RTL II und anschließend eine gut abgehangene Olle. Guten Appetit!

Und in der nächsten Ausgabe: Butterbrote – Emporkömmlinge der Haute-Cuisine oder nur fauler Zauber?

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